Liberale setzen auf Genschere und sind gegen Stilllegungen

Anlässlich des Internationalen Tages des Waldes hat der forstpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Karlheinz Busen, mit Blick auf den klimabedingt erforderlichen Waldumbau angemahnt, dass es keine Ausgrenzung nichtheimischer Baumarten geben dürfe, wenn sich solche als besser erwiesen. "Wir Freie Demokraten setzen bei der Schaffung klimaresilienter Wälder auch auf neue Technologien wie die Grüne Genschere oder die Entwicklung neuer forstlicher Pflanzenschutzmittel", stellte Busen heute in Berlin fest. Putins Angriffskrieg gegen die Ukraine habe auch Folgen auf dem Holzmarkt. In Deutschland werde vor allem schnell wachsendes Nadelholz gebraucht, aber überwiegend langsam wachsendes Laubholz gepflanzt.

"Gleichzeitig werden Nadelhölzer aus Russland importiert. Diese Praxis müssen wir überdenken", forderte Busen. Der deutsche Holzmarkt dürfe nicht von Russland abhängig sein. Es wäre ein fatales Signal, die russischen Importe weiter auszuweiten, während in Deutschland Waldflächen stillgelegt würden und klimarobuste Sorten verboten blieben, so der FDP-Politiker in Richtung des grünen Koalitionspartners. Sinnvoll sei und bleibe nur die aktive Bewirtschaftung von Waldflächen.

Ähnlich Äußerungen kamen aus der Union. Ökologisch intakte Wälder und ihre nachhaltige wirtschaftliche Nutzung seien in Deutschland kein Widerspruch, im Gegenteil, sie bedingten einander, erklärte der CDU-Abgeordnete und Vorsitzende des Bundestagsernährungsausschusses, Hermann Färber. Die Bedeutung des Waldes nehme durch den Klimawandel weiter zu. "Deshalb müssen wir den Wald der Zukunft jetzt gestalten. Damit Waldbesitzern der klimagerechte Umbau gelingt, benötigen sie eine finanzielle Honorierung der Ökosystemleistungen", sagte Färber. Auch müsse der Einsatz von Holz als Bau-, Werk- und Brennstoff verstärkt gefördert werden.

Für den stellvertretenden Unionsfraktionsvorsitzenden Steffen Bilger ist die multifunktionale und nachhaltige Forstwirtschaft der Garant dafür, dass die Anpassung der Wälder an den Klimawandel gelingt. Der deutsche Wald sei die grüne Lunge und wichtigster Klimaschützer des Landes. Er sei aber auch wichtiger Wirtschaftsfaktor und sichere viele Arbeitsplätze, vor allem in ländlichen Regionen. Wälder seien zudem Hotspots der Biodiversität und ein geliebter Ort der Erholung. "Diesen Schatz, der das Gesicht unserer Heimat prägt, gilt es zu wahren und zu stärken. Uns leitet dabei der Grundsatz Schützen durch Nützen", betonte Bilger. AgE


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