Zukunftserwartungen der Landwirte auf neuen Tiefststand

Die Stimmungslage unter den deutschen Landwirten hat sich zum Frühjahr hin - trotz des Ukraine-Krieges - etwas stabilisiert. Jedoch blicken sie zunehmend pessimistisch in die Zukunft. Das zeigen die Ergebnisse des Konjunktur- und Investitionsbarometers Agrar für den März, wobei 850 Landwirte befragt wurden. Wie der Deutsche Bauernverband (DBV) heute in Berlin berichtete, schätzen die Landwirte ihre aktuelle wirtschaftliche Lage spürbar besser ein als noch im Dezember. Die Zukunftserwartungen jedoch seien auf einen neuen Tiefststand gesunken. Unter dem Strich legte der Indexwert des Konjunkturbarometers Agrar laut DBV mit 10,8 im März gegenüber 8,8 aus der Befragung von Dezember aber etwas zu.
Auf der Notenskala von 1 bis 5 wurde die aktuelle wirtschaftliche Situation bei der jüngsten Erhebung im Mittel der Betriebe mit 3,02 günstiger beurteilt als die zukünftigen Aussichten mit einem Wert von 3,38. Die aktuelle wirtschaftliche Lage hat sich dem DBV zufolge gegenüber Dezember in allen Betriebsformen verbessert. Anders jedoch bei den Zukunftserwartungen: Sie hätten sich vor allem in den Veredlungsbetrieben, aber auch in den Futterbaubetrieben verschlechtert. Gegenüber Dezember nahezu unverändert drückten hohe Düngemittel-, Energie- und Futtermittelpreise auf die wirtschaftliche Stimmungslage. Positiver Einfluss gehe dagegen von den deutlich höheren Erzeugerpreisen für Getreide, Milch, Rindern und Schweinen aus.

Bei einer nur leicht verbesserten wirtschaftlichen Stimmungslage ist die Investitionsbereitschaft der deutschen Landwirte im Jahresvergleich nach Angaben des Bauernverbandes etwas gestiegen. Der Anteil der Landwirte, der im nächsten halben Jahr investieren will, lag bei 35 %, verglichen mit 34 % im Vorjahr. Das dabei geplante Volumen wird auf 4,9 Mrd Euro veranschlagt, nach 4,4 Mrd Euro ein Jahr zuvor. Besonders bei erneuerbaren Energien, aber auch bei Maschinen werde mehr investiert, berichtete der DBV. Investitionen in Wirtschaftsgebäude wie in Ställe blieben dagegen mit 1,6 Mrd Euro relativ niedrig, und 68 % der Investitionen in Wirtschaftsgebäude seien Erhaltungsinvestitionen.

Die betriebliche Liquidität hat sich im Durchschnitt der Betriebe weiter etwas verbessert. Im März 2022 gaben gemäß den DBV-Angaben 14 % der Betriebe an, dass ihre Liquiditätslage angespannt oder sehr angespannt sei. Besonders hoch sei der Anteil der Betriebe mit knapper Kasse unter den Veredlungsbetrieben mit 32 %. Das Konjunktur- und Investitionsbarometer Agrar wird vierteljährlich im Auftrag des DBV, des Fachverbandes Landtechnik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Landwirtschaftlichen Rentenbank durchgeführt. AgE


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