Historische Preissprünge bei Energie und Vorleistungsgütern

Die Preise für Kraftstoff sind zuletzt sogar noch stärker gestiegen als während der Ölkrisen der siebziger Jahre und der weltweiten Finanzmarktkrise 2008/09. Das zeigt eine Analyse des Statistischen Bundesamtes (Destatis), deren Ergebnisse heute vorgestellt worden sind. Demnach waren Kraftstoffe insgesamt im März um durchschnittlich 47,4 % teurer als ein Jahr zuvor. Für Superbenzin mussten an der Tankstelle 41,9 % und für Diesel 62,6 % mehr ausgegeben werden. Leichtes Heizöl kostete für Privatverbraucher sogar fast zweieinhalb Mal so viel wie im März 2021.

Ähnliche Entwicklungen waren nach Darstellung der Wiesbadener Statistiker bislang lediglich im Zusammenhang mit den beiden Ölkrisen 1974 und 1980 sowie der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/09 zu beobachten. Allerdings sei der Anstieg der Verbraucherpreise für Kraftstoffe im Vorjahresvergleich in keiner dieser Krisen höher gewesen als im März 2022.

Laut dem Statistischen Bundesamt lagen die Energiepreise insgesamt im vorigen Monat deutschlandweit um 83,8 % höher als ein Jahr zuvor. Den höchsten Einfluss auf die Veränderungsrate gegenüber März 2021 bei Energie hatte Erdgas mit einem Plus von 144,8 %. Im Monat waren die Preise für importiertes Erdgas auf einen bisher nie erreichten Stand hinaufgeschossen und hatten um 256,5 % höher gelegen als im Februar 2021.

Die Rekordinflation bei den Energiepreisen hinterlässt auch in weiten Teilen der deutschen Wirtschaft mittlerweile ihre Spuren. Nach Angaben von Destatis lagen die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte im März 2022 im Schnitt um 30,9 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Das war der höchste Preisanstieg bei diesen Gütern binnen Jahresfrist seit Beginn der amtlichen Erhebungen im Jahr 1949.

Auch Vorleistungsgüter verteuerten sich binnen Jahresfrist stark, und zwar um 23,3 % gegenüber März 2021. Spitzenreiter waren dabei die Düngemittel inklusive Stickstoffverbindungen, die sich um 87,2 % verteuerten. Für Futtermittel im Nutztierbereich musste im Berichtsmonat 45,7 % mehr bezahlt werden als ein Jahr zuvor. AgE


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