Wien gibt Brachflächen für volle Nutzung frei

Anders als ihre Berufskollegen in Deutschland können die österreichischen Landwirte Brachflächen jetzt uneingeschränkt für die Produktion nutzen. Zulässig ist der Anbau aller Ackerkulturen mit Pflanzenschutzmittelanwendung sowie eine Nutzung der Flächen durch Beweidung oder Mahd. Dieser Schritt wurde von Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger jetzt im Rahmen der Ersten Säule national umgesetzt. Begründet wird die Maßnahme mit den Auswirkungen des Ukraine-Krieges auf die weltweite Versorgungssicherheit sowie den massiv steigenden Betriebs- und Futtermittelkosten.
Die Neuregelung umfasst nach Angaben des Wiener Agrarressorts ausschließlich Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) im Rahmen der Ersten Säule für das Jahr 2022; dabei geht es potentiell um insgesamt rund 9 000 ha. Maßnahmen im Umweltprogramm (ÖPUL) bleiben indes unberührt; bestehende Verträge zu Biodiversitätsflächen im Rahmen des ÖPUL gelten unverändert weiter. Dies bedeutet, dass diese Areale - rund 45 000 ha Ackerland - als Flächen mit besonders positiver Umweltwirkung erhalten bleiben. Die Beantragung erfolgt wie gewohnt.

Köstinger hatte beim vergangenen EU-Agrarrat gefordert, dass Brüssel rasch ein Maßnahmenpaket für mehr Versorgungssicherheit schnüren und ungenützte Flächen für die agrarische Produktion freigeben sollte. "Jeder Hektar, den wir in Europa in Bewirtschaftung bringen, auch der österreichische Beitrag, hilft. In der aktuellen Situation brauchen unsere Bäuerinnen und Bauern mehr Flexibilität für den Anbau, um Versorgungssicherheit zu gewährleisten. Dafür haben wir nun den nationalen Rechtsrahmen geschaffen", erklärte die Ressortchefin nach der Freigabe der Brachflächen. AgE


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