FAO-Waldzustandsbericht

Bäume können nach Einschätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) einen substanziellen Beitrag zur Verlangsamung des Klimawandels und des Artenschwundes leisten. Für eine Trendumkehr müssten die Entwaldung gestoppt, degradierte Flächen wiederbewaldet und - wo möglich - eine nachhaltige Agroforstwirtschaft etabliert werden, heißt es im aktuellen FAO-Waldzustandsbericht. Werden alle drei Maßnahmen konsequent vorangetrieben, kann dies nach Überzeugung von FAO-Generaldirektor Dr. Qu Dongyu dazu beitragen, die Klima- und Biodiversitätskrise zu bewältigen. Gleichzeitig generiere eine nachhaltige Forstwirtschaft auch wirtschaftliche Vorteile, insbesondere in ländlichen Gebieten, schreibt Dongyu im Vorwort des Waldzustandsberichts, der heute auf dem 15. Weltforstkongress in Seoul vorgestellt wurde.

Bei der FAO geht man davon aus, dass insgesamt rund 1,5 Mrd ha degradierter Flächen von einer Wiederaufforstung profitieren würden. Durch die Erhöhung des Baumbestandes könnte die Produktivität nach Berechnungen der multinationalen Organisation auf einer weiteren Milliarde Hektar Waldfläche gesteigert werden. Allein durch Aufforstung degradierter Flächen und die Etablierung von Agroforstsystemen könnten bis zum Jahr 2050 bis zu 1,5 Gigatonnen (gt) Kohlendioxyd jährlich aus der Atmosphäre geholt werden, und das sehr kosteneffizient.

Diese Menge entspricht laut FAO den jährlichen CO2-Emissionen von 325 Mio benzinbetriebenen Pkw. Durch den Stopp der Entwaldung könnte zusätzlich der Ausstoß von jährlich rund 3,6 gt Kohlendioxidäquivalent bis 2050 kompensiert werden. Das seien etwa 14 % der Menge, die bis 2030 benötigt werde, um die Erwärmung des Planeten unter der 1,5°C-Grenze zu halten. Gleichzeitig bliebe durch den Verzicht auf großflächige Rodungen rund die Hälfte der terrestrischen Biodiversität erhalten. AgE


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