Bundesregierung sieht Versorgung mit Agrarprodukten in Deutschland gesichert

Die Versorgung mit Agrarprodukten in Deutschland ist trotz der Marktentwicklungen im Zuge des Ukraine-Krieges stabil und gesichert. Das hat die Bundesregierung in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion bekräftigt. Zwar sei die Ukraine für eine Reihe von Agrarrohstoffen bisher eine wichtige Exportnation gewesen, heißt es darin. Gleichwohl seien Deutschlands Importmengen von Mais, Rapssaat und Pflanzenölen aus der Ukraine im Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2021 rückläufig gewesen.
Nach Angaben der Bundesregierung bezog Deutschland 2021 nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis) Agrarprodukte und Lebensmittel aus der Ukraine im Wert von insgesamt rund 793 Mio Euro. Die mengenmäßig wichtigsten Produkte waren gemäß der Antwort Rapssaat und -schrot mit insgesamt 702 000 t, gefolgt von Mais mit 190 000 t sowie Pflanzenölen mit 97 000 t, wovon 90 000 t auf Sonnenblumen-, Saflor- und Baumwollsaatöl entfielen. Die Importanteile von ukrainischer Ware beliefen sich im Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2021 bei Mais auf etwa 20 %, bei Rapssaat und Schrot auf insgesamt 15 % und bei Pflanzenölen auf 4 %. Sonnenblumen-, Saflor- und Baumwollsaatöl kamen auf insgesamt gut 22 %.

Wie die Bundesregierung weiter ausführte, können für die ausfallenden Exporte aus der Ukraine Ersatzlieferungen aus anderen Ländern bezogen werden. Darüber hinaus gebe es viele Substitutionsmöglichkeiten. Beispielsweise lasse sich Mais durch andere Futtergetreidearten ersetzen, während Raps durch andere Ölsaaten substituierbar sei. Ähnliches gelte für Sonnenblumenöl. Auch eine eingeschränkte Verwendung als Futtermittel oder Kraftstoff könne die Verfügbarkeit in anderen Verwendungsbereichen erhöhen. Zudem reagierten die Landwirte bei ihren Produktionsentscheidungen auf Preissignale auf den Märkten für Agrarprodukte und -betriebsmittel.

Von den stark gestiegenen Betriebsmittelausgaben erwartet die Bundesregierung keine gravierenden Auswirkungen auf die diesjährigen Erntemengen und die Versorgung mit Marktfrüchten. Hier dürfte die Witterung in den kommenden Monaten ausschlaggebender sein als die schwierige Situation auf den Vorleistungsmärkten. Wie aus der Antwort weiter hervorgeht, haben sich die Risiken an den internationalen Agrarmärkten durch die Unterbrechungen der Nahrungsmittelexporte aus Russland und der Ukraine erhöht; das betreffe die Verknappung und Teuerung von Lebensmitteln.

Nach Kenntnis der Bundesregierung hat die Ukraine eine Reihe von nationalen Maßnahmen für den Agrarsektor eingeleitet. Angaben aus Kiew zufolge liege der Fokus auf der Sicherstellung der Frühjahrsaussaat und der Wiederherstellung des Exports in größerem Umfang. Derweil unterstütze Deutschland auch Hilfsmaßnahmen für den ukrainischen Ernährungs- und Agrarsektor. Außerdem würden zurzeit Hilfegesuche der Ukraine zur Unterstützung der Landwirtschaft, zum Beispiel bei der Versorgung mit Futter- und Tierarzneimitteln, geprüft. AgE


© 2022 RWG Rheinland eG
Kontakt: info@rwg-r.de - Datenschutz
Durch die Nutzung dieser Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Mehr erfahren
OK