Weiter Kritik an Zulassung des weltweit ersten GV-Weizens

Der erste gentechnisch veränderte (GV) Weizen der Welt stößt in Argentinien, wo die Sorte vom Unternehmen Bioceres entwickelt worden ist, auch kurz nach seiner Zulassung für die kommerzielle Nutzung weiter auf Kritik von Erzeugern und Exporteuren. Das Zentrum der Getreideexporteure (Centro de Exportadores de Cereales - CEC) erneuerte diese Woche gegenüber heimischen Medien seine Warnung vor Vermarktungsrisiken. Zwar sei die Biotechnologie die "einzige Möglichkeit, die globale Ernährungssicherheit zu gewährleisten", so CEC. Ihre Nutzung müsse vom Handel und den Endkunden aber auch akzeptiert werden. Und das sei auf dem Weltmarkt bislang nicht der Fall. Um Vertrauen und damit Marktanteile nicht zu verspielen, dürfe "kein einziges Körnchen" der GV-Weizensorte in die Exportlieferungen gelangen.
Dieselben Forderungen kamen aus dem landwirtschaftlichen Berufsstand, etwa von der Vereinigung der Agrarproduzenten in den wichtigen Anbaugebieten Buenos Aires und La Pampa (CARBAP). Im Landwirtschaftsministerium geht man indes von einer aktuell wachsenden Akzeptanz von GV-Sorten auf dem globalen Markt aus. Aufgrund des Ukraine-Krieges komme es zu einer Verknappung von Weizen, in deren Folge in den Industrieländern das Kriterium der Ernährungssicherheit gegenüber anderen Faktoren an Bedeutung gewinne. Der trockenheitstolerante Weizen HB4 biete die Möglichkeit, auch marginalisierte Standorte für den Anbau zu nutzen und damit die Produktion auszubauen.

Bioceres berichtete, dass es Vereinbarungen zum Anbau und zur Verarbeitung von HB4 mit landesweit etwa 250 landwirtschaftlichen Unternehmen gebe. Kontaminationen konventioneller Ware seien dadurch ausgeschlossen.

Schon im vorigen Herbst hatte es von Landwirten und Händlern Kritik an der GV-Weizensorte gegeben. Damals war die Sorte in Argentinien zugelassen worden, allerdings unter dem Vorbehalt, dass der wichtige Abnehmer Brasilien die Neuentwicklung ebenfalls zulässt. Inzwischen haben neben Brasilien auch Australien und Neuseelang die Zulassung für HB4-Produkte erteilt. Daraufhin hat die Sorte in Argentinien jetzt die Genehmigung für die kommerzielle Nutzung erhalten. AgE


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