Kartoffeln und Milch

Auf dem Markt für Verarbeitungskartoffeln nimmt die Verunsicherung weiter zu und die Stimmung verschlechtert sich. Nachdem in der letzten Woche neue Coronamaßnahmen erlassen wurden, mussten die Preise an der EEX nochmals nachgeben. Mit einem aktuellen Preisniveau von 5,5 Euro/dt und 5,80 Euro/dt. stehen sich Käufer und Verkäufer gegenüber.
Der Teil-Lockdown wird sich vor allem auf die Nachfrage aus dem Gastronomiebereich auswirken. Die Schließung der Restaurants hat somit unmittelbaren Einfluss auf den Markt. Wie stark sich das am Ende auf die Preise niederschlägt wird sich im Laufe des Monats zeigen. Auch in den Niederlanden leidet der Markt unter Schließung der gastronomischen Betriebe. Vor allem für frische Ware ist die Nachfrage rückläufig, Tiefkühlkost scheint bisher noch nicht so stark betroffen zu sein. Lediglich bei den Sorten, die für die Chipsproduktion verwendet werden, berichten Marktteilnehmer von einer leicht anziehenden Nachfrage. Bei den Speisekartoffeln haben sich die Hoffnungen, dass die neuen Regelungen im Rahmen der Covid19-Pandemie zu einer erhöhten Nachfrage bei den privaten Haushalten führt bisher noch nicht erfüllt.

Hamsterkäufe wie im März und April scheinen noch kein Thema bei den Verbrauchern zu sein, ob sich dies noch ändern wird ist ungewiss. Positiv haben sich zuletzt die überregionalen Versandgeschäfte entwickelt. Besonders Exporte nach Ost- und Südeuropa sind in den vergangenen Tagen gestiegen. Regional kann sich der LEH zumeist mit heimischen Knollen eindecken. Insgesamt halten die Notierungen für Speiseware sich stabil, nur für Premiumware scheinen teilweise Aufschläge möglich zu sein.

Eine eindeutige Stimmung am Milchmarkt ist derzeit nicht auszumachen. Die neuerlichen Lockdowns in vielen Teilen Europas sorgen durchaus dafür, dass Großverbraucher und Gastronomie weniger Milchprodukte wie Butter und Käse abrufen. Im Export macht das Euro-Dollarverhältnis und die durchaus noch günstigen Preisen aus den USA in Teilen Probleme. Die Verbrauchernachfrage nach Artikel wie Butter und Käse, aber auch Joghurt dürfte in den kommenden Tagen wegen der Schließung der Gastronomie durchaus erfreulich zeigen. Butter könnte durch das herannahende Weihnachtsfest zusätzliche Abrufe verzeichnen. Unterstützend wirkt hier durchaus die rückläufige Milchmenge. Aber sicher ist das noch nicht: Die Kontraktverhandlungen der weißen Linie zwischen Molkereien und Lebensmitteleinzelhandel laufen derzeit. Mehrheitlich rechnen Beobachter mit stabilen bis leicht fallenden Preisen.

Preissteigernde Faktoren sind die Verbrauchernachfrage nach Butter und Käse, die rückläufige Milchanlieferung und der steigende Spotmarkt. Preissenkende Faktoren ist die Corona-Pandemie mit dem daraus resultierenden Teil-Lockdown und das Euro/Dollar Verhältnis.


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