Die Schlacht- und vor allem die arbeitsintensiven Zerlegungskapazitäten begrenzen die Möglichkeiten das steigende Lebendangebot unterzubringen. Trotz fehlenden Drittlandabsatzes bleiben die Fleischpreise noch relativ stabil, aber wie lange noch? Die neuen Corona bedingten Beschränkungen könnten im Gastronomiesektor die Nachfrage zurückgehen lassen. Das übliche große Weihnachtsgeschäft ist fraglich geworden und trübt die Nachfragestimmung bei den Verarbeitern.
Preissenkende Faktoren sind demnach die zu geringen Schlachtzahlen, zu hohe Schlachtgewichte, zu wenig Zerlegekapazitäten, ein fehlender Drittlandabsatz und zu hohe Voranmeldungen.
Am Dienstag wurde der schwächere Wochenstart der EU-Rapssaatfutures umgehend korrigiert. Im Fahrwasser des freundlicheren US-Sojabohnenmarktes und der deutlich festeren Palm- und Sojaölnotierungen legten die Rapssaatfutures an der Euronext zwischen 3,50 und 6,25 Euro/t zu. Der führend Februar-Kontrakt 2021 ging mit 389,25 Euro/t aus dem Börsenhandel. Bei den kanadischen Canola-Futures sorgte das festere Marktumfeld ebenfalls für einen kräftigen Anstieg der Notierungen. Der Frontmonat Januar 2021 gewann 5,60 Can-$/t und beendete die gestrige ICE-Sitzung bei 540,50 Can-$/t. Im Fokus der Marktteilnehmer steht nun der Ausgang der US-Präsidentenwahl.
Im schwierigen Umfeld der US-Präsidentschaftswahl konnte der US-Sojakomplex gestern fester schließen. Die weiterhin guten Exportdaten bei den US-Sojabohnen stützten die Kurse. Der Crop Report mit 87 Prozent Fortgang der US-Sojabohnenernte lag etwas unter den Erwartungen, übertraf aber das fünfjährige Mittel um 4 Prozent. Derweil geht in Brasilien die Sojabohnenaussaat mittlerweile zügig voran und soll bereits Richtung Fünfjahresmittel tendieren. In Argentinien haben die Regierungsbehörden die andauernden Hafenarbeiterstreiks wohl beendet, sodass nun wieder mehr Sojaschrot von dort verladen werden könnte.