Für die Nutzung marktpolitischer Instrumente in der Klimapolitik hat sich der Präsident der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Hubertus Paetow, ausgesprochen. Dies sei ein entscheidender Ansatz, dass die Landwirtschaft ihren Beitrag zur Bekämpfung der globalen Erwärmung optimal leisten könne, sagte Paetow auf der Herbsttagung der Agrarsozialen Gesellschaft (ASG), die zum Thema "Klimakrise! Landwirtschaft als Täter - Opfer - Retter?" in dieser Woche in Göttingen stattfindet.
Als eine Möglichkeit nannte der DLG-Präsident die Einbeziehung der Landwirtschaft in den europäischen Emissionshandel. Dadurch könnten sich vielen Betrieben neue ökonomische Optionen bieten, indem Klimaschutzleistungen zur Einkommenserzielung genutzt würden. Häufig hätten diese Maßnahmen auch noch positive Effekte auf die Biodiversität und Nährstoffverluste. Voraussetzung sei eine präzise Bilanzierung auf Betriebsebene, die pauschale Berechnungsvorschriften vermeide und eine Bewertung der Produktionsverfahren in ihrer Treibhausgaseffizienz ermögliche.
Ein erhebliches Verbesserungspotential bei den Treibhausgasemissionen der Landwirtschaft sieht Paetow in den Bereichen Lachgas und Methan. Er schränkte zugleich ein, dass die Möglichkeiten des Klimaschutzes über Maßnahmen auf der Produktionsseite begrenzt seien. Wesentlich größer seien die Effekte, die durch eine möglichst globale Veränderung in den Konsummustern zu erreichen wären. Dies gelte insbesondere für den Verzicht auf Nahrungsmittel mit hohen Treibhausgasemissionen entlang der Produktionskette, wie zum Beispiel Rindfleisch. "Auch darin liegen Chancen für die Landwirtschaft als Produzent von pflanzlichen Proteinen", betonte der DLG-Präsident. AgE