Nach zahlreichen Wildfunden in Norddeutschland ist die hochpathogene aviäre Influenza vom Subtyp H5N8 auch in Brandenburg angekommen. Das zuständige Potsdamer Verbraucherschutzministerium bestätigte am Wochenende den Virusnachweis bei einem verendeten Kranich, der im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gefunden wurde. Nach Einschätzung von Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher ist damit die Gefahr einer Einschleppung in Nutzgeflügelbestände deutlich gestiegen. Ihr zufolge hat das Verbraucherressort bereits Anfang vergangener Woche den Geflügelwirtschaftsverband Brandenburg, den Landesverband der Rassegeflügelzüchter und die Bauernverbände über die aktuelle Situation zur Geflügelpest informiert. Zudem werde nun das Geflügelpest-Monitoring intensiviert.
Nonnenmacher forderte alle Geflügelhalter auf, die vorgeschriebenen Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und zu verstärken unter anderem durch Kontaktvermeidung zwischen Wildvögeln und Nutzgeflügel. Wildvögel dürften keinen Zugang zu Futtereinstreu und sonstigen Gegenständen haben. Darüber hinaus sollten Hobbyhalter sicherstellen, dass die Ein- und Ausgänge zu den Ställen gegen unbefugten Zutritt gesichert sind, die Ställe von fremden Personen nur mit betriebseigener Schutz- oder Einwegkleidung betreten werden und eine betriebsbereite Einrichtung zum Waschen der Hände sowie eine Einrichtung zur Desinfektion der Schuhe vorgehalten wird.
In Deutschland sind seit dem 30. Oktober mehrere HPAI H5-Fälle bei Wildvögeln nahezu zeitgleich an der Nord- und Ostseeküste sowie in Hamburg aufgetreten. Im Küstenbereich des schleswig-holsteinischen Wattenmeeres werden derzeit vermehrt tote Wasservögel gefunden. Außerdem meldeten das Vereinigte Königreich, die Niederlande und auch Deutschland Ausbrüche von HPAIV H5 in Nutzgeflügelbeständen. AgE