Der aktuelle Bericht des amerikanischen Landwirtschaftsministeriums (USDA) zum Weltmarkt für Getreide und Ölsaaten hat für weiteren Auftrieb an den Terminbörsen für Sojabohnen und Mais gesorgt. Die Washingtoner Experten setzten gestern ihre Prognose für die weltweite Bohnenproduktion 2020/21 um 5,9 Mio t auf 362,6 Mio t herab; das wären aber noch 25,9 Mio t mehr als im Vorjahr. Die globale Maiserzeugung in der laufenden Saison sehen die Fachleute nun bei 1,145 Mrd t. Im Oktober waren noch 14 Mio t mehr erwartet worden. Die Ernteschätzung für das vergangene Wirtschaftsjahr liegt jetzt bei 1,116 Mrd t Mais.
Das Ministerium begründete die Abwärtskorrektur bei den Sojabohnen unter anderem mit einer ertragsbedingt pessimistischen Ernteschätzung für das eigene Land. Demnach dürften die US-Farmer in diesem Jahr "lediglich" 113,5 Mio t Sojabohnen von den Feldern holen. Damit würde das schlechte Vorjahresergebnis zwar um 16,8 Mio t übertroffen; im Oktober war das Ministerium aber noch von 116,2 Mio t Bohnen ausgegangen. Außerdem setzte das USDA seine Erwartung für die argentinische Bohnenernte 2020/21 um 2,5 Mio t auf 51 Mio t herab. Im Vorjahr hatten die Landwirte dort allerdings lediglich 49 Mio t Bohnen geerntet.
Mit Blick auf den Mais revidierte das USDA seine Schätzung für die diesjährige Ernte im eigenen Land um 3,9 Mio t auf 368,5 Mio t nach unten und begründete dies mit witterungsbedingten Ertragseinbußen. Außerdem taxieren die Washingtoner Fachleute das ukrainische Maisaufkommen auf nur noch 28,5 Mio t; im Oktober waren noch 36,5 Mio t erwartet worden. Die Vorjahresernte von 35,9 Mio t würde damit deutlich verfehlt.
Die Chicagoer Terminbörse verzeichnete nach der Veröffentlichung des USDA-Berichtes deutliche Kursaufschläge für Sojabohnen und Mais. Der zurzeit meistgehandelte Sojabohnenfuture mit Fälligkeit im Januar 2021 verteuerte sich bis heute Morgen gegen 11.15 Uhr hiesiger Zeit im Vergleich zum Eröffnungskurs von gestern um 4,1 % auf 11,56 $/bu (357 Euro/t); dieses Niveau war zuletzt im Juni 2016 erreicht worden. Der Maiskontrakt zur Lieferung im Dezember 2020 markierte heute Morgen ein neues Laufzeithoch bei 4,28 $/bu (142 Euro/t) und wurde zuletzt für 4,25 $/bu (141 Euro/t) gehandelt; das bedeutete im Vergleich zum Eröffnungskurs von gestern ein Plus von 4,4 %. AgE