Aktionsbündnis Forum Natur pocht auf Bestandsmanagement

Mit Blick auf den rasant wachsenden Wolfsbestand in Deutschland haben die im Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) organisierten Verbände ihre Forderung nach einem aktiven Bestandsmanagement des Beutegreifers in Deutschland bekräftigt. In einem Zehn-Punkte-Programm, das heute bewusst im Vorfeld der vom 11. bis 13. November stattfindenden Umweltministerkonferenz (UMK) vorgelegt wurde, fordern sie, dass alle Bundesländer jetzt in Wolfsverordnungen eine aktive Regulierung des Bestandes ermöglichen und den Wolf sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene in das Jagdrecht aufnehmen. Der Bund müsse dazu den vorhandenen Spielraum in Artikel 16 der Fauna-Flora-Habitat-(FFH)-Richtlinie vollständig umsetzen.
Die Verbände weisen darauf hin, dass Risse durch Wölfe exponentiell zunehmen und die Prävention bereits jetzt finanziell und praktisch an ihre Grenzen stoße. Die Politik sei deshalb gefordert, endlich den Rechtsrahmen für ein aktives Wolfsmanagement zu schaffen. Die Weidetierhalterverbände verlangen zudem, dass die Bundesländer Präventionsmaßnahmen finanzieren und Wolfsrisse vollständig entschädigen. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) wird aufgerufen, über den Wolfsbestand "vollständig und umfassend" zu berichten und klar zu benennen, wie viele Wölfe insgesamt in Deutschland leben.

Nach Überzeugung vom Generalssekretär des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Bernhard Krüsken, ist mit geschätzten 1 800 Wölfen der günstige Erhaltungszustand der Spezies in Deutschland längst erreicht, was ein Bestandsmanagement aus seiner Sicht rechtfertigt. Für die Weigerung des BfN, die Gesamtzahl des Wolfsbestandes abzuschätzen, hat Krüsken kein Verständnis. Er warf der Bundesbehörde vor, eine fundierte Diskussion um das Wolfsmanagement mit einer Mischung von "statistischer Verniedlichung" und Romantisierung zu behindern.

Der Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), Helmut Dammann-Tamke, warnte, dass die Haltung von Weidetieren in der Fläche ohne eine Regulierung des Wolfsbestandes im Grundsatz in Frage gestellt werde. Er wies zudem Befürchtungen zurück, dass eine Übernahme des Wolfs ins Jagdrecht zur erneuten Ausrottung des Tieres in Deutschland führen würde. Das Recht schreibe hier wie bei anderen Wildtieren den Erhalt eines "angepassten Wildbestandes" vor, betonte Dammann-Tamke.

Voraussetzung dafür ist nach Angaben des Vorsitzenden der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL), Alfons Gimber, aber auch "eine für alle verständliche, nachvollziehbare und für die Weidetierhalter tragbare Definition des günstigen Erhaltungszustandes" beim Wolf. Erst dann werde es möglich sein, die Rahmenbedingungen für alle - für die Politik, den Wolf und die Schafhaltung - festzulegen und diese auch einzuhalten und umzusetzen, erklärte Gimber. Notwendig sind aus seiner Sicht auch schnellere Entschädigungsverfahren, eine "Beweislastumkehr" für geschädigte Tierhalter und die Schaffung weiterer Prüflabore. AgE


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