Raiffeisenverband bestätigt Ernteschätzung von gut 4 Millionen Tonnen

Die diesjährige Körnermaisernte in Deutschland befindet sich auf der Zielgeraden und dürfte das schwache Vorjahresergebnis nach Einschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) wie erwartet deutlich übertreffen. Wie der DRV heute in Berlin mitteilte, ist mit einem Aufkommen von 4,03 Mio t Körnermais zu rechnen; das wären 10,1 % mehr als die 2019 erzielte Menge. Bereits im August hatte der Verband die betreffende Ernte auf einem ähnlichen Niveau gesehen, nämlich bei 4,00 Mio t. Das Aufkommen könnte noch etwas höher ausfallen als die aktuelle Prognose, weil im Nordwesten Deutschlands Flächen, die eigentlich für die Silomaisproduktion vorgesehen gewesen seien, jetzt als Körnermais abgeerntet worden seien, so der Verband.

Der DRV-Getreidemarktexperte Guido Seedler begründete das im Vorjahresvergleich bessere Ergebnis in erster Linie mit höheren Hektarerträgen. Lediglich im Südwesten Deutschlands seien die Erträge hinter denen von 2019 zurückgeblieben. Den durchschnittlichen Maisertrag in diesem Jahr beziffert der Raiffeisenverband auf 94,5 dt/ha, nach nur 88,1 dt/ha im Vorjahr.

Unterdessen besteht laut DRV in der Bundesrepublik eine große Nachfrage nach Körnermais, weshalb Importe nötig sind. Derzeit werde der Bedarf überwiegend aus Ungarn, Polen und der Tschechischen Republik gedeckt. In den Vorjahren seien noch große Mengen aus der Ukraine importiert worden. Aufgrund der dortigen schlechteren Ernte und in der Folge höheren Preise seien die ukrainischen Partien im Vergleich zu EU-Anbietern aktuell aber zu teuer.

Dem Raiffeisenverband zufolge hat der Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) allerdings für größere Unsicherheiten auf dem Futtergetreidemarkt gesorgt. Auch die Corona-Pandemie könnte die Getreidemärkte beeinträchtigen, wenn eine reibungslose Logistik nicht mehr zu gewährleisten sei. Deshalb fordert der DRV, Personal im Güterverkehr von einer Quarantänepflicht auszunehmen, wenn ausreichende Schutzmaßnahmen ergriffen worden seien.

Derweil ist die Herbstaussaat von Getreide laut Raiffeisenverband nach spät räumenden Kulturen bei guten Bedingungen nahezu abgeschlossen. Aufgrund der milden Temperaturen in den vergangenen Wochen bestehe aber die Gefahr, dass die Pflanzen das Entwicklungsstadium der optimalen Winterhärte überschreiten könnten, so der DRV. AgE


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