Schwein und Ölsaaten

Die Lage auf dem Schweinefleischmarkt spitzt sich zunehmend zu. Weitere Ausfälle für Drittlandexporte verschärfen den Angebotsdruck im EU-Binnenmarkt. Die eingeschränkten Schlacht- und Verarbeitungskapazitäten stehen einem steigenden Lebendangebot gegenüber. Mit Blick auf die kommenden Feiertage zum Jahreswechsel bahnt sich ein heftiges Problem an. Die sonst üblich steigende Nachfrage bleibt in diesem Jahr weitgehend aus. Die aktuell noch stabilen Schweinepreise sind in Gefahr.
Zu den preissenkenden Faktoren zählt der wachsende Angebotstau im Lebendbereich, das steigende Fleischangebot im Binnenmarkt, der nun auch für Dänemark eingeschränkte Drittlandexport, die mangelnde Nachfrage aus der Gastronomie und die leider trüben Aussichten für das Feiertagsgeschäft.

Auf dem Ölsaatenmarkt sorgt der USDA Bericht für ein Kursfeuerwerk und die EU Rapsfutures nagen an der 410 Euro Marke. Der gestrige "bullische" USDA-Bericht und die festeren Roh- und Pflanzenölmärkte haben die EU-Rapssaatfutures nochmals kräftig nach oben getrieben. Der führende Februar-Kontrakt kletterte an der Euronext um 8,25 Euro/t nach oben und kratzte mit einem Schlusskurs von 409,50 Euro/t die 410-Euromarke an. Die nachfolgenden Futures legten zwischen 5,25 und 7,75 Euro/t zu. Am heutigen Morgen kommt es an den hiesigen Kassamärkten nachgelagert zu den Kurssteigerungen zu diversen Geschäftsabschlüssen bis in die Ernte 2021 hinein.

Die starke Abwärtskorrektur der US-Sojabohnenbestände (fielen auf den tiefsten Stand seit 7-Jahren) innerhalb des gestrigen USDA-Reportes sorgte für einen kräftigen Kurssprung des US-Sojakomplexes. Bei den Sojabohnen erreichten die Notierungen ein neues Vierjahreshoch. Das USDA nahm die US Sojabohnen-Endbestände auf 190 Mio. bushel zurück und lag damit sichtbar unter der Analystenschätzung von 235 Mio. bushel. Auch die Absenkung der US-Sojabohnenernte auf 4,170 Mrd. bushel lag unter der im Vorfeld der Schätzung getätigten Analystenprognosen von 4,251 Mrd. bushel. Für zusätzlichen Kursauftrieb sorgte die immer noch zu trockene Wetterlage in Brasilien. Am heutigen Morgen stehen die Ampeln des Sojakomplexes weiter auf grün.


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