Dank der umfangreichen Lieferungen nach China sind die Schweinefleischexporte der Europäischen Union nach den ersten drei Quartalen 2020 immer noch auf Rekordkurs. Nach Angaben der EU-Kommission auf Basis von vorläufigen Daten des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) wurden aus den 27 Mitgliedstaaten zuzüglich des Vereinigten Königreiches insgesamt 3,91 Mio t Schweinefleisch einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen in Drittstaaten verkauft; das waren 545 000 t oder 16,2 % mehr als von Januar bis September 2019. Die nahezu vollständige Sperre Deutschlands für Drittlandsexporte wegen der Afrikanischen Schweinepest (ASP) und die coronabedingt ausgefallenen Lieferungen von EU-Schlachthöfen nach China werden sich erst im vierten Quartal bemerkbar machen und könnten möglicherweise die Einstellung des Rekordes von 2019 noch gefährden.
Mit Abstand der wichtigste Drittlandskunde der EU-Lieferanten war China. Dorthin wurden im Betrachtungszeitraum aus der Gemeinschaft gut 2,44 Mio t verschifft; das entsprach einem Zuwachs von 892 000 t oder 57,6 % gegenüber der Vorjahresperiode. Gut 62 % aller EU-Schweinefleischverkäufe gingen damit an Kunden in der Volksrepublik. Werden dieser Destination noch die um 10,7 % auf 166 000 t gestiegenen Exporte nach Hongkong hinzugerechnet, erreicht der Ausfuhranteil Chinas fast 67,0 %. Mit Ausnahme von Vietnam, wohin die EU-Schweinefleischausfuhren gegenüber den ersten drei Quartalen 2019 um 9,3 % auf 82 000 t zunahmen, waren bei allen anderen wichtigen Abnehmern Absatzrückgänge zu verzeichnen, teilweise sehr deutliche.
So kauften die Japaner mit 275 000 t fast ein Fünftel weniger Ware in der Gemeinschaft; das Geschäft mit Südkorea wies relativ noch kräftigeres Minus von 27,9 % auf 150 000 t aus. Die Ausfuhren auf die Philippinen brachen gar um fast die Hälfte auf 105 000 t ein. Zudem war bei den USA und Australien jeweils ein Absatzrückgang von jeweils rund 30 % zu verzeichnen, und auch der Aufschwung der Lieferungen in die Ukraine kam zu einem jähren Ende; die dorthin verkaufte Menge nahm um 17,1 % auf 58 000 t ab. AgE