Im- und Exporte von Geflügelfleisch fallen kleiner aus

Die 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben in den ersten drei Quartalen 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weniger Geflügelfleisch in Drittstaaten exportiert oder von dort bezogen. Die in den vergangenen Jahren stetig gestiegenen Ausfuhren erhielten einen Dämpfer und waren nach Angaben der EU-Kommission um rund 45 000 t oder 3,4 % auf knapp 1,29 Mio t rückläufig. Neben einer coronabedingten Abschwächung der Nachfrage im Foodservice in vielen Ländern trugen auch die um gut ein Fünftel geringeren Lieferungen in das neue Drittland Großbritannien zu dem Minus bei. Die aktuellen Ausbrüche der Geflügelpest in mehreren EU-Staaten könnten sogar zu weiteren Exporteinbußen führen.
Neben dem verringerten Handel mit dem Vereinigten Königreich war gegenüber den ersten drei Quartalen 2019 auch ein deutlicher Rückgang der EU-Geflügelfleischausfuhren in die Ukraine um 17,8 % auf 106 000 t zu verzeichnen; die Lieferungen nach Südafrika brachen sogar um 29,4 % auf 70 400 t ein. Der wichtige EU-Kunde Philippinen orderte dagegen mit 163 110 t gut 3 % mehr Ware in der Gemeinschaft als im Vergleichszeitraum. Die Verkäufe nach Ghana legten entgegen dem Negativtrend um 16,7 % auf 156 250 t zu.

Auf der Importseite war von Januar bis September 2020 ein deutlicher Rückgang der EU-Geflügelfleischeinfuhren zu verzeichnen. Gemäß den Daten der Kommission gelangten rund 393 800 t auf den Binnenmarkt; das waren fast 63 700 t oder 13,9 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Den Analysten aus Brüssel zufolge bestellten vor allem EU-Unternehmen des Foodservice in Zeiten des Corona-Lockdowns weniger Ware in Drittländern, während andere klassische Anbieter wie Brasilien bevorzugt den lukrativen und nachfragestarken Markt in China belieferten.

Wichtigster Lieferant für die Kunden in der Gemeinschaft blieb Brasilien; die Importe aus diesem Land waren gegenüber den ersten neun Monaten 2019 allerdings um 6,1 % auf 172 900 t rückläufig. Noch sehr viel stärker gingen die Einfuhren aus Thailand mit 22,8 % auf 103 400 t zurück. Zudem wurde der vormals prosperierende Bezug von preiswertem Geflügelfleisch aus der Ukraine ausgebremst; die importierte Menge von 82 350 t lag um 16,7 % unter dem vergleichbaren Vorjahresniveau. AgE


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